Chor der Pilze

Natürlich spricht sie die neue Sprache, auch wenn keiner in der Familie das glaubt. Dabei könnte sie, wenn sie wollte, im Kopfstand Shakespeare zitieren, bis sie Nasenbluten bekommt, behauptet die alte Dame. Sie ist vor zwanzig Jahren aus Japan eingewandert, sitzt unverrückbar im Flur ihres kanadischen Hauses und beobachtet alles. Als sie ins Heim soll, macht sie sich mitten in einem Schneesturm davon, geht mit einem jungen Trucker, der sie aufliest, auf einen Roadtrip. Niemand weiß, wo sie sich aufhält – außer ihrer Enkelin Muriel, eine junge, schon in dem neuen Land geborene Frau, mit der die Großmutter in ständiger telepathischer Verbindung steht. Man erzählt sich drei Leben, ein altes, ein neues, ein mögliches, doppelt gespiegelt und in allen Facetten veränderlich. Ein erzählerisches Meisterstück über kulturelle Identität, Feminismus, Rassismus, und eine Hommage an die Heimat, die wir alle im Kopf haben: unsere Sprache. Mit Passagen von betörender Schönheit.

Pressestimmen

"Ein geniales Werk (...) Jahreshighlight!" diek-aiserin

"Wunderbare Geschichte." Maria Leitner, Buchkultur, Heft 192, 5/2020, S. 34

"Man liest diesen klugen und sehr sinnlichen Roman über ein Dasein zwischen den Kulturen, den Lebensaltern und den Geschlechtern mit Staunen und Gewinn." Dorothea Dieckmann, Büchermarkt, DLF

"Neben Joy Kogawas Obasan zum Klassiker der japanisch-kanadischen Literatur geworden." Steffen Gnam, FAZ

 

Goto, Hiromi
cass Verlag
ISBN/EAN: 9783944751245
22,00 € (inkl. MwSt.)