Als wär das Leben so (gebundenes Buch)

Roman
ISBN/EAN: 9783311300014
Sprache: Deutsch
Umfang: 201 S.
Format (T/L/B): 2 x 19 x 12.5 cm
Einband: gebundenes Buch
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Lisa hat ihren eigenen Kopf: Sie weiß, was sie nicht will. Eine eigene Familie will sie nicht; es gibt Männer in ihrem Leben, aber den einen Mann an ihrer Seite braucht sie nicht, will sie nicht. Sie arbeitet erst als Buchhändlerin, später in einem Hamburger Zeitungsverlag, gerne, fleißig, aber ohne Ambitionen. Und sobald sie die Tür ihrer kleinen Wohnung hinter sich schließt, ihr Kater Bello auf sie zurast, ist die Arbeit vergessen. Den einen Mann an ihrer Seite gibt es irgendwann, allerdings einen, der nicht ganz ihrer ist, aber auch das stört Lisa nicht. Mindestens einmal die Woche kommt er zu ihr, und dann zählt nur sie. Lisa geht weiterhin ihren Weg, konsequent, zufrieden, wobei Lisa dieses Wort nie in den Mund nehmen würde. Bis ihr irgendwann das Leben einen Strich durch die Rechnung macht. Rainer Moritz hat mit seiner Lisa eine Figur geschaffen, deren stille Beharrlichkeit zu Herzen geht: eine Frau, die an Aufregungen kein Interesse hat, die viel allein ist, ohne je einsam zu sein, die froh ist über das, was sie hat. Ein selbstbestimmtes Leben. Ein gutes Leben?
RAINER MORITZ, 1958 in Heilbronn geboren, ist wohl das, was man breit aufgestellt nennt: Schon mit siebzehn Jahren ließ er sich zum Fußballschiedsrichter ausbilden, später wurde er mit einer Arbeit über Hermann Lenz promoviert, arbeitete als Lektor unter anderem bei Reclam Leipzig und als Programmgeschäftsführer bei Hoffmann und Campe, ehe er 2005 die Leitung des Hamburger Literaturhauses übernahm. Damit nicht genug, tritt Moritz regelmäßig als Literaturkritiker in Erscheinung, übersetzt aus dem Französischen (unter anderem Françoise Sagan und Georges Simenon), kommentiert humorvoll das Weltgeschehen in einer Radiokolumne - und schreibt Bücher: über Fußball, Schlager, Pariser Parks, aber auch über Richard Yates. Zuletzt erschien unter anderem Mein Vater die Dinge und der Tod (2018), ein anrührendes Porträt seines verstorbenen Vaters.
'Liebe Elisabeth, lieber Karl. Wenn Ihr diesen Brief bekommt.' Ihr war kalt, an einem milden Maimorgen. Frühe Sonnenstrahlen fielen auf den schmalen Balkon, auf den dunkelgrünen Metallstuhl. Ein Stuhl, nur einer. Sie strich den begonnenen Satz durch. Niemand anderem würde sie schreiben, nicht ihren Freundinnen, ihrer Schwester nicht und ihm, dem Verheirateten, auch nicht. Das war ihr Leben. Nur was für eines?