Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

Ein Schlaganfall, zehn Tage später der zweite, haben ihren Mann aus allem herauskatapultiert, was er bis dahin gelebt hatte. Und aus ihr wird die Frau des Kranken. Wie liebt und hütet man einen Mann, der an dem Tag zusammenbricht, an dem man ihm gesagt hat, man könne nicht mehr leben mit ihm? Wie schafft man die Balance, in der Krankheit zu sein und im Leben zu bleiben? Gabriele von Arnim beschreibt in diesem literarischen Text, wie schmal der Grat ist zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, Zuwendung und Herrschsucht. Wie leicht Rettungsversuche in demütigender Herabwürdigung enden. Und Aufopferung erbarmungslos wird.

“Ein erschütterndes Buch, aber es ist eine heilsame, eine befreiende Erschütterung, eine hilfreiche, mit der man deutlich weiter kommt als mit aller wohltuenden Erträglichkeit. [...] im Kern eine Liebesgeschichte – und ein großes Zeugnis.” Sten Nadolny

Der Beginn der Liebe, hat der französische Philosoph Alain Badiou einmal gesagt, sei die Überwindung einer Unmöglichkeit. Auch davon erzählt das Buch «Das Leben ist ein vorübergehender Zustand» - vom Überwinden einer Unmöglichkeit und noch einer und noch einer …

Eine Frau, die ihrem Mann erklärt, sie könne nicht mehr leben mit ihm, wird am selben Tag aus dem Krankenhaus angerufen und hört: Ihr Mann, zusammengebrochen, Charité, Notaufnahme. Er hat einen Schlaganfall, wenige Tage später einen zweiten. Zehn Jahre lang kann er nicht lesen, nicht schreiben, nicht gehen und vor allem nicht so artikulieren, dass andere ihn verstehen könnten. Zehn Jahre lebt sie mit ihm in seiner Krankheit - und hat nie wieder daran gedacht, ihn zu verlassen, hat es nie wieder gewollt. Sie wollte die zweite Chance, wollte, dass er lebt. Wollte Unmöglichkeiten überwinden und ihn wieder lieben.

«Dieses Buch erzählt davon, wie man in Zeiten, in denen das Leben mit rohen Zumutungen über einen herfällt, Trost und Kraft findet, um die Zuversicht in ihren Schlupflöchern aufzuspüren, die Resilienz zu stärken, die Heiterkeit eines Moments zu erkennen und sich zu füllen mit ihr.» Gabriele von Arnim

Ein großes Buch, eines für Leser:innen von Joan Didions «Das Jahrmagischen Denkens», Connie Palmens «Logbuch eines unbarmherzigen Jahres», Siri Hustvedts «Die zitternde Frau».

"Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" ist eine leidenschaftliche, so kühle wie zärtliche Erzählung eines bedrängten Lebens.

«Bitte lesen Sie dieses Buch! Es gibt so kluge, bestechende Antworten auf Fragen, die uns früher oder später alle einmal umtreiben. Wie viel Verantwortung schulden wir den Menschen, die wir lieben? Wie lässt sich auch einem von Schicksalsschlägen gezeichneten Leben innere Freiheit abringen? Wie lassen sich trotz allem Momente der Schönheit und auch des Glücks erfahren? Dabei kommt es mit solch einer stillen Wucht daher, dass man zuerst gar nicht merkt, wie es einen umhaut. Ganz große Kunst und so nah am Leben.» Daniel Schreiber

Arnim, Gabriele von
Rowohlt Verlag
ISBN/EAN: 9783498002459
22,00 € (inkl. MwSt.)